Wien Stadtplan
und die babylonische Sprachverwirrung.
Dass die Donaumetropole ein Touristenmagnet ist, der Besucher aus aller Herren Länder anzieht, ist allgemein bekannt. Und da sich die Völker der Erde bis jetzt noch nicht auf eine einzige gemeinsame Sprache geeinigt haben (Gott sei Dank, was würden wir sonst nur mit all den Lehrern machen), ist es nur natürlich, dass auch der Wien Stadtplan versucht, sich an die sprachlichen Gegebenheiten jener anzupassen, denen er dienen soll.
Und mal ehrlich: Wäre es nicht langweilig, wenn der Wien Stadtplan gerade mal in einer deutschen und einer englischen Version herauskommen würde? Ist es nicht ein Zeichen für den kosmopolitischen Charakter Wiens, dass der Wien Stadtplan in elf verschiedenen Sprachen herauskommt?
Dass genügend Nachfrage nach dem Wien Stadtplan in den verschiedensten Sprachen besteht, kann auch Vera Schweder, Pressesprecherin von WienTourismus, dem Wiener Tourismusverband, bestätigen. So liegt die Gesamtauflage beim Wiener Stadtplan, der von WienTourismus selbst, aber auch von der Hotellerie und von Incoming-Reisebüros gratis verteilt wird, für 2008 bei der beeindruckenden Zahl von 3,72 Millionen. Spitzenreiter sind natürlich der englische (Auflage 1.450.000) und der deutsche (Auflage 1.400.000) Wiener Stadtplan, auflagentechnisch schon relativ weit dahinter auf dem dritten Platz liegt der italienische Wiener Stadtplan (Auflage 240.000).
Aber auch in den in unseren Breitengraden so exotischen Sprachen wie Chinesisch und Japanisch gibt es den Wien Stadtplan. Kein Wunder, sieht man doch gerade unsere japanischen Gäste sehr oft mit der Kamera in der einen und dem Wiener Stadtplan in der anderen Hand in großer Zahl durch die Wiener Innenstadt flanieren. Neben den elf derzeit aktuellen Sprachen verfügt WienTourismus auch noch über einen Restbestand von 8000 schwedischen Wiener Stadtplänen. Die Nachfrage ist laut Vera Schweder steigend, daran hat auch die Konkurrenz durch Online-Stadtpläne nichts geändert, die für die meisten Gäste offensichtlich keine echte Alternative darstellen. Die gedruckte Variante gibt den meisten Touristen einfach mehr Sicherheit beim Erkunden der Stadt auf eigene Faust.
Die Nachfrage nach dem Wien Stadtplan steigt in etwa linear zu den steigenden Gästezahlen aus den jeweiligen Ländern. Besonders die zunehmende Zahl von Gästen aus den ehemaligen Ostblockländern trägt mit dazu bei, dass der Wiener Stadtplan gerade in deren Landessprachen immer stärker nachgefragt wird. Bestes Beispiel: Noch 2006 fand man offensichtlich mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren beim russischen Wiener Stadtplan das Auslangen, für 2008 musste die Auflage aber bereits auf 80.000 Exemplare gesteigert werden. Ähnlich ist die Situation in Bezug auf unsere tschechischen Nachbarn, die zunehmend öfter auf Besuch nach Wien kommen: Der tschechische Wiener Stadtplan hatte 2006 noch eine Auflage von 30.000 Stück, mittlerweile wurde auch hier die Auflage auf 40.000 Exemplare gesteigert. Auflagenranking Wiener Stadtplan in den verschiedenen Sprachen:
11 Sprachen | Auflage 2008 |
Englisch | 1.450.000 |
Deutsch | 1.400.000 |
Italienisch | 240.000 |
Französisch | 170.000 |
Spanisch | 130.000 |
Japanisch | 120.000 |
Russisch | 80.000 |
Niederländisch | 50.000 |
Tschechisch | 40.000 |
Ungarisch | 20.000 |
Chinesisch | 20.000 |
Autorin: Pamela Graf
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